BETHEL Hilfe für Epilepsie-Kranke und Menschen mit Behinderung.
„Jeder Mensch hat seine Würde und ist ein Geschöpf Gottes, egal ob behindert, krank oder gesund, begabt oder benachteiligt.“ Unter diesem Motto besuchten die Religionskurse des zehnten Jahrgangs der Städtischen Gesamtschule Solingen die von Bodelschinghschen Anstalten in Bethel bei Bielefeld. Trotz frühem Treffen an der Schule, waren die Schüler voller Elan und Interesse etwas über „das andere Leben“ zu erfahren. In der Schule gesammelte Briefmarken werden Herrn Mohrmann, Leiter der Briefmarkenstelle, übergeben. In der Briefmarkenstelle finden etwa 100 Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen ihren Arbeitsplatz. Durch Besuche von Werkstätten und Gesprächen mit Personen, die körperlich eingeschränkt sind, bekamen die Schüler einen Einblick in das Leben mit Handicap.
Epilepsiekranke und anders Behinderte erzählten von ihrer Behinderung. So äußerte sich auch eine ehemalige Epilepsieerkrankte aber noch geistig eingeschränkte 48-jährige Frau zu einigen Fragen der Schüler. Sie erzählte dass sie mit acht Jahren nach Bethel gekommen sei, da ihre Mutter sie wegen ihrer Epilepsie nicht mehr versorgen konnte. „Ich arbeite in einer Werkstatt, wo ich kleine Teile sortiere und zusammen baue. Aber ich arbeite nur mit Plastik, weil ich gegen Metall allergisch bin.“ Außerdem berichtete sie uns, dass sie seit sechs Jahren einen Freund habe, der jedoch außerhalbs Bethels wohnt und sie nur am Wochenende besuchen kommt. In der Freizeit jongliert sie, macht bei Musicals mit, tanzt und singt sehr gerne und geht in die Schmiede, wo sich eine Art Jugendcafe für Erwachsene befindet.
„Mein Traum ist es, später einmal mit meinem Freund eine gemeinsame Wohnung zu beziehen. Das geht jedoch nur, wenn ich gelernt habe selbstständig zu sein.“ Nach einer Fotoerkundung und einem kurzen Film machten sich die Solinger auf den Weg nach Hause. Diesen erlebnisreichen Tag werden die Schüler nicht so schnell vergessen. Wir wünschen den Bewohnern von Bethel alles Gute.
Von Kim Selina Waurischk und Sarah Görtz, 10E, Gesamtschule Solingen