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18.02.2010 14:51
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Ein unvergessliches Erlebnis

Etwa 8000 Theaterbesucher sahen sich das 22.Tanzfest an, doch nur die wenigsten wissen, wie es hinter der Bühne zugeht. Sie haben keine Ahnung davon, wie die TänzerInnen sich in den letzten Minuten vor ihrem Auftritt fühlen. Sie sehen nur das Ergebnis von fast einem Jahr hartem Training.

Wir sind schon eine Stunde vor unserem Auftritt im Theater, um genügend Zeit zu haben, uns zu schminken, die Haare zu machen und aufzuwärmen. Unsere Garderobe ist ziemlich klein und für zwei Gruppen unserer Tanzschule ist es fast unmöglich, hier etwas wiederzufinden. Es herrscht Chaos, ständig wird Haarspray gesprüht, um toupierte Haare zu fixieren, es werden Schminkutensilien herumgereicht und einzelne Schritte des Tanzes werden noch einmal durchgegangen. Schon jetzt herrscht eine aufgekratzte Stimmung die auch Panik hervorbringt, Panik davor, dass man sich auf der Bühne vertanzt. Es ist unmöglich jetzt noch still zu sitzen.

Die beiden Fenster der Garderobe werden immer wieder aufgerissen, um frische Luft hinein zu lassen, damit die vor Aufregung erhitzten Gesichter abkühlen. Jeder hat eigene Techniken sich abzulenken. Die einen Schminken sich zum hundertsten Mal, die anderen rennen jede paar Minuten auf die Toilette und wieder andere können nicht aufhören zu sagen: „Ich schaff das nicht“, wie eine 12-jährige Tänzerin.

Wir tanzen unseren Tanz einmal durch, danach bleibt uns nur noch zu Hoffen. Zum Schluss macht unsere Tanzlehrerin noch einige Gruppenfotos von uns, um diesen unvergesslichen Augenblick festzuhalten und dann werden wir auch schon über einen Lautsprecher aufgerufen. Noch dürfen wir nicht hinter die Bühne, sondern müssen vor der dicken, roten Stalltür mit der Aufschrift „Bühneneingang“ warten. Etwa 5 Minuten stehen wir dort, dann geht plötzlich alles ganz schnell. Wir gehen durch die Tür und kommen an mehreren gestresst wirkenden Technikern vorbei. Jetzt befinden wir uns rechts von der Bühne hinter den Vorhängen versteckt. Das Paar, das vor uns tanzt, ist einfach fantastisch, dies vermindert unsere Panik jedoch nicht. Aber manche können mit diesem Druck besser umgehen als andere. Eine 13-jährige Tänzerin erzählt: „Ich bin es langsam gewohnt und kann die Panik, die mich vor dem Auftritt überkommt, besser bekämpfen als früher - ich tanze allerdings schon seit meinem vierten Lebensjahr. Ich denke die Erfahrung ist beim Tanzen ein sehr wichtiger Punkt.“

Schon ist das Paar fertig. Ein Moderator kommt auf die Bühne um uns anzukündigen und schon fängt unser Lied an und wir müssen auf die Bühne. „In dem Moment in dem ich da raus muss bekomme ich nichts mehr um mich herum mit, ich höre nur noch die Musik, dann tanze ich wie in Trance und „wache“ erst wieder auf, wenn das Lied zu Ende ist und wir uns Verbeugen müssen“, erzählt eine 15-jährige Tänzerin.

Jede(r) TänzerIn kennt das Gefühl nach einem Auftritt, den Adrenalinschub, der noch lange danach anhält und natürlich hofft jeder, dass er bei dem Publikum einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Von Lara Andriessen, 10 DE, Gesamtschule Solingen

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