„Als die Motoren starteten kamen alte Gefühle hoch“ sagte der JU 52 Passagier mit großer Faszination. Von der guten alten „Tante JU“ oder Junkers JU 52 wie die Oldtimer Maschine auch liebevoll genannt wird, gibt es nur noch insgesamt acht flugfähige Exemplare, vier von ihnen stehen heute in Dübendorf in der Schweiz. Dort sind die Raritäten gut untergebracht, sagt der Vorsitzende der JU AIR. „Seit 1982 brummen unsere JU-52 mit zufriedenen Gästen an Bord über Berge, Seen und Wälder“, erzählt uns einer der Flugbegleiter. Der Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V., Düsseldorf hatte sich zum Ziel gesetzt, eine JU 52 in einem flugfähigen Zustand zu erhalten und in naher Zukunft ein lebendiges Museum zu errichten, in dem diese JU 52 der «bewegte» Zeitzeuge sein wird. Mit der wieder auferstandenen JU 52 HB-HOY wurden von 1997 an regelmäßig Rundflüge in Mönchengladbach, dem Ruhrgebiet, in Bayern und der Schweiz durchgeführt. Das Flugzeug wurde dabei gut 250 Stunden pro Jahr bewegt. Eine stolze Leistung für die „alte Tante“. Jedes Rundflugwochenende ist eine Logistische Meisterleistung, da es gilt für die gesamte Crew eine Unterkunft zu Organisieren. Für die Crew Selber ist jedes Wochenende jedoch ein Spaß, „da man weiß, dass man diese Maschine nicht alle Tage fliegen kann, und es etwas besonderes ist“, sagt einer der Piloten.
Das wichtigste Personal ist neben den Piloten natürlich noch der Flugbegleiter und die Bordmechaniker. Die Bordmechaniker sind bei jedem Rundflugwochenende dabei und sorgen dafür, dass am Flieger alles „Roger“ ist. Einer der Bordmechaniker sagt: „Zu meinen Lieblingsaufgaben gehört es, den Passagieren beim Aussteigen zu helfen und dabei die alten Geschichten zu hören, was sie schon alles mit der „alten Tante“ erlebt haben“. „Doch das Betanken, Öl nachfüllen und die Motoren Durchzudrehen damit sich kein Öl in den unteren Zylindern des Sternmotors sammelt, gehört auch zu meinen Aufgaben, die ich natürlich gewissenhaft erledige.“
Die Maschine die der VFL besitzt, wurde im Mai 1976 auf der Besucherterrasse des Flughafen Düsseldorf abgestellt und stand dort lange 14 Jahre, bis sie in den Besitz des VFL übergegangen ist. Mit Hilfe der JU-Air in Dübendorf, Schweiz, wird das Flugzeug restauriert und wieder flugfähig gemacht. Am 30. August 1997 fliegt die „Gute alte Tante JU“ wieder. Unter der Schweizer Kennung HB-HOY finden regelmäßig Rundflüge ab Mönchengladbach statt. Von den ehemals etwa 6000 gebauten JU 52 finden sich weltweit noch mehrere Dutzend Exemplare als Ausstellungsstücke in Technik- und Militärmuseen. Doch die JU ist unverwüstlich: Acht betriebsfähige Flugzeuge sind immer noch auf der ganzen Welt unterwegs. Davon ist je eine in den USA, in Südafrika und in Frankreich beheimatet und für nicht kommerzielle Flüge zugelassen. In Deutschland gibt es eine JU 52 bei der Lufthansa Stiftung, außerdem gibt es in der Schweiz noch vier JU 52, alle dürfen für kommerzielle Rundflüge mit Passagieren genutzt werden.