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18.02.2010 14:57
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Diät in den Tod!

Bereits im 19. Jahrhundert wurden die ersten Fälle der Magersucht dokumentiert. Heute ist die Magersucht in Industrienationen am häufigsten anzutreffen. Vor allem junge Teenager-Mädchen leiden an dieser Krankheit. Treibt der Schönheitswahn sie in den Hungertod?

Die Krankheit ist eine psychische Störung mit seelisch bedingten Hintergründen, die oft mit sozialen Problemen zusammenhängt. Die Erkrankten fühlen sich trotz Untergewicht zu dick und versuchen abzunehmen, indem sie wenig oder gar nichts essen oder, zu viel Sport treiben, sich nach dem Essen übergeben oder Appetitzügler zu sich nehmen.

Die Krankheit hat schlimme Auswirkungen auf das Herz, den Blutkreislauf, die Knochen, die Zähne, viele innere Organe und die Hormone. Außerdem verlieren die Erkrankten Haare und frieren oft, da nicht mehr genug Nährstoffe zugeführt werden. Die letzte und schrecklichste Folge ist der Tod, der nicht allzu selten ist. Ganze 15 Prozent der Erkrankten sterben an den Folgen ihrer Magersucht.

Die Erkrankten zeichnen sich durch einen starken Willen aus. Oft sind es Perfektionisten, die alles Vorgenommene perfekt durchziehen. Bei dem Wunsch, gesund zu werden und Mitarbeit von Seiten der Erkrankten sind die Heilungschancen groß. Leider sehen Betroffene oft lange oder gar nicht ein, dass sie an Magersucht erkrankt sind.

In Solingen gibt es Hilfe für Betroffene, sowie für Angehörige, Freunde und für Leute mit Informationsbedarf. Die Jugend- und Drogenberatung anonym e.V. an der Kasinostraße 65 und die psychotherapeutische Praxis der Diplom Psychologin Doris Reile bieten psychotherapeutische Hilfe an. „Durch Einzelgespräche oder auch mit Angehörigen zusammen, sollen die Erkrankten sich ihre Magersucht eingestehen, wieder an Selbstbewusstsein kommen und stark werden im Kampf gegen ihre Krankheit“, so eine Mitarbeiterin in der Jugend- und Drogenberatung und Frau Reile. Mehr Informationen zur Magersucht und der Behandlung oder der Arbeit der beiden Hilfestellen findet man im Internet unter http://judro-solingen.de und http://psy-reile.de.

Als Vorbild sehen die Mädchen das heutige Schönheitsideal: Models mit Kleidergröße 32. Doch auch trotz der Todesfälle unter Models sind Essstörungen weit verbreitet, auch in Solingen. Jährlich sind 10 bis 15 Prozent aller Fälle bei der Jugend- und Drogenberatung und in der psychotherapeutischen Praxis Essstörungen.

Doch natürlich gibt es auch Industrien, die an Essstörungen viel Geld verdienen und diese folglich auch fördern; die Mode- und Kosmetikbranche, die mit der Werbung von der perfekten Welt nur mit ihren Produkten junge Mädchen verunsichern, die Schönheitschirurgie, die Pharmaindustrie mit den Appetitzüglern und Abführmitteln und auch die Lebensmittelindustrie mit den Lightprodukten, die praktisch zur Diät anstoßen.

Wenn sich in unserer Gesellschaft nicht bald etwa ändert, werden immer mehr junge Mädchen an dem Schönheitswahn sterben.

Von Ksenija Kovalyk, 8d, Gymnasium Schwertstraße

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