BEHINDERUNG Viele Menschen schauen weg, wenn es darum geht zu Helfen.
Leider ist das Thema „Behinderung“ oder behinderten Leuten zu helfen oft nicht mit sehr viel Beachtung beschenkt. Viele Leute schauen weg oder sagen, dass es momentan nicht ginge, wenn behinderte Leute Hilfe brauchen. In der letzten Woche sprach ich mit dem Direktor der Wilhelm-Hartschen-Schule Herrn Cerekwicki. Ich war teilweise schockiert darüber, was mir berichtet wurde. Obwohl die Schule dringend neue Schulgebäude bräuchte, wird von der Stadt bei jeder Anfrage gesagt, dass kein Geld vorhanden wäre, um jetzt etwas bauen. Dank des Konjunkturpaketes konnte die Schule sich nun 4 Klassenräume leisten, allerdings sind dies Container, worin es nur wenig Licht und Platz gibt. Die Schule musste 10 Jahre auf eine neue Turnhalle warten, auch wenn die alte Turnhalle mittlerweile viel zu klein ist, weil die Schule mehr Schüler hat, als es beim Bau der Turnhalle vorgesehen war.
Die Eltern kümmern sich teilweise viel zu selten darum, dass auch ihre behinderten Kinder eine schöne Schule haben, es entsteht viel zu wenig Druck von Seiten der Eltern. Allerdings könnten sich nicht nur die Eltern mehr engagieren, sondern jeder von uns. Im Spätsommer in diesem Jahr gab es einen Sponsorenlauf der Wilhelm-Hartschen-Schule - bei diesem wurde Geld für die Schule gesammelt, es konnte eigentlich jeder teilnehmen. Da ich viele Sportler kenne, die viel Ausdauer haben und viele Runden hätten laufen können, habe ich mir die Frage gestellt, warum keiner dieser Sportler anwesend war. Das Einzige, was sie hätten tun müssen, wäre sich sponsern zu lassen. Für diese Sportler oder auch andere Menschen wäre es sehr wahrscheinlich leichter gewesen, Runden zu laufen und Geld für die Schule zu sammeln, als für vor allem körperlich-behinderten Kinder.
Behinderte Menschen werden oft in eine Schublade gesteckt, mit der man sich lieber nicht beschäftigen möchte. Die meisten Menschen haben wahrscheinlich Angst, beziehungsweise sind unsicher, wie sie mit behinderten Menschen umgehen sollen. Doch dies ist unsinnig, behinderte Menschen sind auch nicht anders als wir. Sie sind teilweise einfach auf mehr Hilfe angewiesen. Dafür sind die meisten behinderten Menschen viel herzlicher und vor allem viel ehrlicher. Es gibt weniger behinderte Leute, die einen anlügen würden. Außerdem kann es jedem von uns passieren, dass jemand aus der Familie, dem Freundeskreis und sogar man selbst, eine Behinderung erleidet. Ich denke, dass jeder Mensch in so einer Situation lieber jemanden hätte, mit dem er rechnen kann. Man sollte, bevor man einfach wegschaut einmal darüber nachdenken, dass es nicht nur immer die Anderen sein müssen, denen so etwas passieren kann.
Von Kathleen Reez, 10DE, Gesamtschule Solingen ZiSch