ÜBUNG Freiwillige Feuerwehr simulierte am Samstag mit 100 Einsatzkräften einen Großbrand.
Von Martine Krause
Leichlingen. Rauchschwaden ziehen über das hügelige Gebiet am Roderhof. Zuerst sind sie weiß, später bräunlich gefärbt. Feuerwehrfahrzeug um Feuerwehrfahrzeug mit insgesamt gut 100 Einsatzkräften trifft ein. In Eile, aber mit Bedacht, wird eine etwa 800 Meter lange Schlauchleitung hergestellt. Verletzte werden versorgt. Die Helfer arbeiten Hand in Hand, um des Feuers Herr zu werden. Zunächst sind Heuballen in Brand geraten, eine Kettenreaktion kommt in Gang. Das Feuer erreicht einen Traktor, durch Funkenflug kommt es zum Waldbrand, der auf einen Bauernhof überzugreifen droht und schließlich geraten Düngemittel in Brand.
Helfer wussten nur, dass eine Übung anstand
Eine gemeinsame Übung aller vier Löschzüge Stadtmitte, Oberschmitte, Metzholz und Witzhelden und der Feuerwehren aus Burscheid und Pfaffenlöh versetzte die Blütenstadt am Samstag in Aufregung. Den Helfern war vorab nur bekannt, dass zwischen 10 und 14 Uhr eine Übung anstehen würde. Das Szenario, gegen das sie anzukämpfen hatten, wurde von einer Hand voll Feuerwehrleuten in wochenlanger Arbeit im Geheimen vorbereitet. Rauchbomben simulierten die Brände, nur die Heuballen gerieten tatsächlich in Brand, und Freiwillige der DLRG hatten sich ihre aufgeschminkten Verletzungen selbst „zugefügt“. Alle Löschzüge führen regelmäßig Übungen durch, zu einer koordinierten Übung aller Einsatzkräfte kommt es etwa zweimal im Jahr. „Die Menschenrettung hat einwandfrei funktioniert“, sagte Oberbrandmeister Thomas Schmitz (48) zufrieden. „Das reibungslose Zusammenspiel unserer Leute und ihre Leistungsbereitschaft zu sehen, macht Freude“, war von Achim Berger (48), Zugführer Mechtholz, zu hören. Stefan Meiner (46), Zugführer Stadtmitte, sind die gemeinsamen Übungen extrem wichtig. Sie sollten noch häufiger anstehen, findet er.
Seit zehn Jahren ist Marlen Pfennigsdorf (27) dabei. Rund zehn Prozent der Feuerwehrleute sind weiblich. Der Notruf erreichte sie, als sie Auto fuhr. Sofort machte sie sich auf den Weg. „Der Sinn, anderen Menschen zu helfen, steht für mich ganz vorne an“, sagt sie und spricht damit ihren Kollegen aus dem Herzen.