ÜBUNG Feuerwehrnachwuchs übte in Glüder, was Retten und Löschen ausmacht.
Von Gina Käding
Leichlingen. Früh übt sich, was ein freiwilliger Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau werden will. Das weiß auch die Leichlinger Jugendfeuerwehr und rief am Wochenende zur großen Übung auf. Zwei Tage lang konnten 30 Teilnehmer im Alter von zwölf bis 17 Jahren ihr Wissen unter Beweis stellen.
„Das ist echt mal was anderes.“
Felix van Holt (15)
Einsatzort ist Haus Glüder: Am leicht verregneten Sonntagmorgen ziehen dunkle Rauchschwaden zum Himmel. Ein Blick durch die Fenster ist unmöglich, das Innere der Gaststätte ist restlos vernebelt. Vier Personen sind noch immer im Inneren des Hauses gefangen. Eine besorgte Mutter fordert die unter Hochdruck arbeitende Feuerwehr auf, ihre Kinder doch endlich aus den Flammen zu befreien. Zum Glück aber kein wirklicher Grund zur Sorge: Der Rauch ist nur künstlich und die gefährdeten Personen sind mit Sand gefüllte Übungspuppen – zur Probe für den Ernstfall.
Die aufwendige Übung bildete den Abschluss eines prall gefüllten Wochenendes. „Los ging es am Samstag so gegen halb acht“, erzählt Einsatzleiter und Organisator Frederic Wieden. Gerätekunde, Konditionstraining und Übungseinsätze standen auf dem Programm. Und auch wenn das nicht gerade nach einem entspannten Wochenende klingt, die Jugendlichen hatten damit überhaupt kein Problem. „Das ist echt mal was anderes“, erzählt Felix van Holt (15). Seit zweieinhalb Jahren ist er bei der Jugendfeuerwehr aktiv. Dass die Teilnehmer nach ihrem anstrengenden ersten Tag auch noch nachts um zwei Uhr für einen simulierten Einsatz aus dem Bett geholt wurden, damit hat er kein Problem: „Im Dienst schläft man ja nicht wirklich, man ruht eher. Da kriegt man noch alles mit!“
Fast ein Drittel der an diesem Sonntag aktiven Jugendlichen sind Mädchen. Eine von ihnen ist Katharina Jankowski (12). Den Wunsch, bei der Feuerwehr aktiv zu werden, weckte vor zwei Jahren ihre Oma in ihr. Die ist in Polen bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Katharina: „Es macht einfach richtig Spaß!“ Verstärkung kommt an diesem Tag von der Jugendfeuerwehr Burscheid. Kooperation ist wichtig, weiß Helfer Moritz Stepkowitz (19): „Bei der Jugendfeuerwehr wie bei uns Aktiven im rheinisch-bergischen Kreis spielt das eine große Rolle. Es ist wichtig, dass man sich kennt und gut miteinander arbeiten kann!“