TAG DES OFFENEN DENKMALS Zum ersten Mal hat Haus Vorst bei der „Expedition Heimat“ mitgemacht.
Von Daniela Neumann
Leichlingen. „Ist das schön!“ Dieser Ausruf entfährt einer Besucherin, als sie zum ersten Mal den Innenhof von Haus Vorst erblickt. Eine andere dringt bis zu Marcus Albanus vor, schüttelt ihm die Hand und sagt herzlich „Danke“ für die Öffnung der Burg.
Auf Anfrage des Rheinisch-Bergischen Kreises hat der Eigentümer gestern erstmals im Rahmen der dritten „Expedition Heimat“ am Tag des offenen Denkmals teilgenommen.
13 Leute leben auf der 1297 erst- mals erwähnten Burg Haus Vorst
Zwölf Familienmitglieder und eine Haushaltshilfe leben in verschiedenen Wohnungen auf der Anlage, die 1297 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde und nun unter Denkmalschutz steht. Das ehemalige Jagdschloss der Grafen von Mirbach und spätere Ausflugslokal erwarb 1948 der Großvater von Marcus Albanus, der Maler Werner Peiner. „Jetzt machen wir hier kleine Konzerte, Ausstellungen und private Feiern im repräsentativen Teil“, erzählt Albanus, der Haus Vorst auch im Internet vorstellt. Allein 40 000 Euro im Jahr stecke die Familie in die Unterhaltung der Anlage - „wenn nichts Besonderes ist“.
Doch etwas ist immer: Aktuell geht es seit Winter 2008 um den Teileinsturz der gut drei Meter dicken Wohnturm-Mauer, der durch Wurzeln verursacht wurde. „Dieser Schaden vermittelt einen Einblick in die Bauweise des Mittelalters“, erklärte Uwe Boelken vom Stadtarchiv den über 600 Besuchern in stündlichen Führungen. Albanus hofft, dass noch in diesem Jahr mit der Reparatur begonnen werden kann: „25 Prozent der veranschlagten 80 000 Euro sind uns von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bewilligt worden.“ Sonst mache man viel selbst auf dem Gelände, das der Familie ans Herz gewachsen ist.
„In zehn Minuten bin ich mit dem Fahrrad am Bahnhof“, sagt Albanus, der die einzigartige Lage der Höhenburg über der Wupper zwischen Leichlingen und Opladen schätzt. Wenn der Werbekaufmann arbeiten ist, kümmert sich seine Mutter Hildegard um den Garten: „Das ist mein Hobby.“ Besucherin Ulrike Welz jedenfalls ist von der Anlage und dem gestrigen Angebot angetan. „Wir wohnen etwas unterhalb. Es ist gut, wenn man was aus der Gegend kennt.“