ÜBUNG Über 80 Wehrleute stellten sich am Schwimmbad einer harten Herausforderung.
Leichlingen. An allererster Stelle steht Geheimhaltung: Nur ein paar Leute wissen Genaueres über die Übung. Die Wehrleute sind zwar darüber informiert, dass ein Probeeinsatz ansteht. Aber als der Alarm kommt, fehlt der Hinweis auf eine Übung. „Was die Sache noch spannender machte“, so Stadtbrandmeister Horst Schmidtberg.
Alle vier Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Leichlingen rücken Samstag mit über 80 Leuten aus und müssen davon ausgehen, dass es am Schwimmbad einen realen Chlorgasunfall gibt.
Das gestellt Szenario: Aus einer beschädigten Gasflasche im Technikraum strömt Chlorgas. Mit gelb-grünen Nebelpatronen wird das ausströmende Gas simuliert, Disko-Nebel sorgt auf der anderen Seite für Rauchschwaden. Denn um einen vermeintlichen Brand mit einem Verletzten muss sich die Wehr auch noch kümmern.
Die größte körperliche Herausforderung ist der Einsatz in den roten Chemikalienschutzanzügen. „Länger als zehn bis 15 Minuten dürfen die Leute da nicht drin bleiben“, erklärt Schmidtberg. „Danach sind sie erschöpft. Die Arbeit ist schwer, der Sauerstoff verbraucht sich.“ Zudem prasselt ständig Wasser auf die Leute nieder, damit das Gas niedergeschlagen wird.
Vier Stunden dauerte die Übung. Unterm Strich ist der Stadtbrandmeister zufrieden. Lediglich bei der Kommunikation habe es ein wenig gehapert. „Wir müssen daran arbeiten, dass das schon gute Niveau noch weiter verbessert wird.“
Dass es tatsächlich zu einem Chlorgasunfall kommt, ist übrigens äußerst selten. „In den letzten 40 Jahren in Leichlingen ganz sicher nicht.“ KS