DIENSTVERSAMMLUNG Wehrleute sind sauer auf die Stadt. In der Aula ging es hitzig zu.
REAKTION
KLIMAVERBESSERUNG In einem Brief an Bürgermeister Ernst Müller hat die Bürgergemeinschaft Witzhelden/Leichlingen (BWL) Stellung genommen. „Was ich in der Versammlung erleben musste, bereitet mir große Sorge“, so der Fraktionsvorsitzende Volker Jung. Ein derart zerrüttetes Verhältnis diene nicht dem Wohl der Stadt. Gespräche mit der Feuerwehr, allen Fraktionsvorsitzenden und dem Verwaltungschef seien geboten.
FREIPARKSCHEINE Bei der Rücknahme der Freiparkscheine für Feuerwehr-Ehrenmitglieder der Altersabteilung (ST berichtete mehrfach) sei der Rat von der Verwaltung übergangen worden. Die BWL beantragt, die Entscheidung zurückzunehmen.
Leichlingen. Es fing noch recht harmlos an: Zwar nahm auch Feuerwehrchef Horst Schmidtberg in seinem Jahresbericht kein Blatt vor den Mund und kritisierte in der Aula Am Hammer die lückenhafte Ausrüstung der vier Leichlinger Löschzüge. Vor allem der erneut bis mindestens 2011 aufgeschobene Bau des Schlauch- und Übungsturmes, der noch immer fehlenden Rüstwagen und der mehrfach verschobene Brandschutzbedarfsplan waren Schmidtberg ein Dorn im Auge.
„Mir fehlt es an Respekt vor unserer Arbeit.“
Stefan Meiner Zugführer
Doch spätestens als Kämmerer Horst Wende - er vertrat Bürgermeister Ernst Müller - darauf hinwies, dass für die Feuerwehr 2009 etwa 250 000 Euro ausgegeben worden seien und der Brandschutzbedarfsplan derzeit von einem Ingenieurbüro geprüft werde, war in der Aula richtig Feuer unterm Dach.
Vor allem Stefan Meiner, den Zugführer des Löschzuges I, hielt es nicht mehr an seinem Platz. „Mir fehlt es an Respekt vor unserer Arbeit“, stellte er in seiner emotionalen Rede fest. Die Feuerwehr stelle schließlich keine Ansprüche für sich, sondern für die Sicherheit der Bürger in der Stadt. „Wenn wir seit Jahren nach einem neuen Rüstwagen rufen, um bei Unfällen schnell helfen zu können, dann machen wir das doch nicht, weil wir ein neues Spielzeug möchten“, meinte er entrüstet zum Kämmerer. Es sei eine Frechheit, so zu tun, als würde man den freiwilligen Rettern etwas Gutes tun, wenn man sie mit dem Nötigsten ausrüste. Viele seiner Leute würden einen Teil ihrer Kosten für die Wehr sogar noch selbst zahlen.
Meiners Ausführungen fanden ausdrücklich die Zustimmung Schmidtbergs: „Ich glaube, du hast gerade 159 Feuerwehrleuten aus tiefster Seele gesprochen.“ Und eine ganze Reihe weiterer Redner schloss sich in ähnlichem Tonfall an. VoJ