GESAMTSCHULE Schüler und Lehrer lernen Wiederbelebung.
Schätzungsweise 120 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an den Folgen einer Herzrhythmusstörung. Viele von ihnen könnten noch leben, hätten sie die richtige Erstversorgung bekommen.
„Die ersten fünf Minuten sind entscheidend“, sagt Sandra Witting. Sie ist Pädagogin an der Gesamtschule Wupperstraße. Die Lehrerin für Deutsch und Geschichte leitet dort die Sanitäts-AG, in der Schüler ab der 7. Klasse lernen können, im Notfall zu helfen. Neben den richtigen Erste-Hilfe-Handgriffen wird den Schülern auch der Umgang mit einem AED-Gerät erklärt, was für „automatisierter externer Defibrilator“ steht.
Diese Geräte sind wahre Lebensretter: Sie ermöglichen auch Laien, im Falle einer Herzattacke richtig zu helfen. Und schwer ist dies nicht. Denn nach dem Einschalten erklärt eine Stimme aus dem Lautsprecher des „Defis“ Schritt für Schritt, was der Benutzer zu tun hat. Das Gerät entscheidet auch völlig selbstständig, ob eine Defibrillation letztlich nötig ist.
Herz-Kreislauf Stillstand: Es kann jeden treffen
„Wir haben 1400 Schüler, dazu kommen noch die Kollegen. Zusätzlich werden oft Sportveranstaltungen auf dem Schulgelände ausgetragen. Da ist es wichtig, vorbereitet zu sein. Denn es kann jeden treffen“, sagt Sandra Witting. Sie ist sichtlich glücklich darüber, dass ihre Initiative zur Anschaffung eines solchen Gerätes erfolgreich war. Sechs Schüler der Sanitäts-AG stehen an jedem Schultag in Bereitschaft, um im Notfall schnell helfen zu können. Informiert werden diese Schüler über eigens für diesen Zweck angeschaffte Notfallhandys, die die Schüler stets bei sich tragen.
In NRW werden derzeit Tank- und Raststätten mit AEG-Geräten ausgestattet. Auch an zentralen Orten in Wuppertal sind bereits einige installiert. Die jährliche Miete von 33 Euro ist für Sandra Witting eine überaus sinnvolle Investiton: „Es wäre wünschenswert, wenn es AED-Geräte an vielen öffentlichen Punkten geben würde - auch in Solingen. Wenn man überlegt, für was sonst in der Öffentlichkeit Geld ausgegeben wird, sind 33 Euro doch nicht viel.“ mf