FREIWILLIGE FEUERWEHR Der neue Bedarfsplanfür Brandschutz fordert Umbauten, neue Fahrzeuge und auch mehr Leute.
Leichlingen. Deutliche Risse durchziehen das Gebäude der Witzheldener Feuerwehrwache, hier wie auch bei anderen Löschzügen sind die Sanitärbereiche nicht nach Männern und Frauen getrennt, auch die „Schwarz-Weiß-Trennung“ fehlt: Gemeint ist ein Bereich, in dem verrußte Kleidung abgelegt werden kann, bevor es unter die Dusche geht.
Auf 250 Seiten stellt der neue Brandschutzbedarfsplan den Ist-Zustand der Freiwilligen Feuerwehr auf den Prüfstand. Mängel und notwendige Verbesserungen werden aufgelistet.
Im Haupt- und Finanzausschuss wurde das Mammutwerk präsentiert. Rund neun Monate hat es gedauert, bevor die einzelnen Punkte in ein auswertbares Format umgesetzt waren. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen Feuerwehr, Verwaltung und Sicherheitstechnikern.
Diplom-Ingenieur Dr. Holger de Vries vom Bonner Unternehmen „Forplan“ stellte das Gutachten vor und zeichnete ein scharfes Bild aktueller Feuerwehrarbeit. „Mit früher ist das nicht vergleichbar.“ Ein Beispiel: In den 70er Jahren sei ein Feuerwehrauto noch ein roter Lastwagen mit Zubehör gewesen, heute wären die Wagen komplett elektrifiziert. Der Aufwand allein für die Wartung entspräche mit rund 1400 Stunden im Jahr in etwa einer Vollzeitstelle.
Als reiner Schätzwert, um möglichst bald anfangen zu können, sind für Umbau und Erweiterung der Wache in Witzhelden 600 000 Euro vorgesehen. Außerdem sollen die Züge in Oberschmitte und Friedrichshöhe neue Tanklöschfahrzeuge bekommen. Statt des Rüstwagens mit Rettungsgeräten, die bei schweren Unfällen erforderlich sind, soll ein „Gerätewagen Logistik“ angeschafft werden. 195 000 Euro stehen im Haushalt bereits für den Schlauchtrocken- und Übungsturm der Wache Am Wallgraben bereit. Nicht nur hier will man aber mehr über den Tellerrand hinausschauen und eventuell die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen suchen. Damit die ständige Einsatzbereitschaft der Feuerwehr gesichert ist, schreibt das Gutachten 180 Kräfte vor. Danach müssten 30 neue Mitglieder geworben werden.
Das letzte Wort hat der Rat am Donnerstag. Beginn der Sitzung ist um 17.30 Uhr. KS