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04.03.2010 09:00
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4,5 Millionen Liter Schlamm gepumpt

Von Kathrin Schüller

Leichlingen. Höchstens sechs Stunden Schlaf in der Feuerwache von Funchal, morgens in der Frühe los und am Abend gegen 22 Uhr zurück. Die Strapazen des Hilfseinsatzes auf Madeira sind Horst Schmidtberg anzumerken. „Eine Erholungsreise war es wirklich nicht“, erzählte der Stadtbrandchef gestern. Eine Woche lang war er zusammen mit den Oberbrandmeistern Jens-Uwe Kurth und Bernd Thomsen auf Madeira, um in Leichlingens Partnerstadt Funchal die Feuerwehrkameraden nach der Unwetterkatastrophe zu unterstützen.

IN KÜRZE

1996 Nach ersten Kontakten, die Stadtbrandmeister Herbert Wieden geknüpft hatte, wurde die Städtepartnerschaft zwischen Leichlingen und Funchal besiegelt.

WEITERE HILFE Unterstützung vor Ort wird in Funchal nach Einschätzung von Stadtbrandmeister Horst Schmidberg nicht mehr gebraucht. Aber: „Wir werden Geld für Betroffene sammeln und sofort einige Ersatzteile für Pumpen auf die Insel schicken.“

Bei ihrer Ankunft in Funchal - zwei Tage nachdem das Unwetter auf der Atlantikinsel weit über 40 Tote gefordert hatte - blieb den Leichlingern kaum Zeit zum „Ankommen“. Sofort wurde 700 Kilogramm Rettungstechnik auf verschiedene Einsatzorte verteilt. Rund 4,5 Millionen Liter Wasser und Schlamm haben die zehn Pumpen, die rund um die Uhr gearbeitet haben, in knapp einer Woche aus Kellern, Häusern und Garagen abgesaugt.

Inzwischen seien die größten Spuren der Verwüstung beseitigt. „Was hier geleistet wurde, ist unvorstellbar“, zeigt sich Schmidtberg beeindruckt. Unentwegt seien Bagger, Raupen und Radlager gerollt, um Geröllmassen zu beseitigen. Direkt vor der Wache konnten die Leichlinger beobachten, wie es gelang, eine 100 Meter lange und 12 Meter hohe Stützwand in ein paar Tagen wieder aufzubauen.

Große Lücken in der Infrastruktur sind den Funchalesen erspart geblieben. Brot, Käse, und Müsliriegel, die Schmidtberg, Thomsen und Kuth vorsorglich eingepackt hatten, wären eigentlich nicht notwendig gewesen. Die Verpflegung lief mit Fisch- und Fleischbrötchen problemlos. „Unsere Vorräte haben wir an die Madeirer Kollegen verschenkt, die haben sich gefreut.“ Problematischer war die Versorgung mit Strom und Wasser. Schmidtberg; „Ausgerechnet als wir beim Feuerwehrpräsidenten zum Essen eingeladen waren, haben die Duschen versagt. Da blieb nur Katzenwäsche.“

Ein großes Dankeschön vom deutschen Botschafter in Lissabon

Die Hilfsaktion der Leichlinger für ihre Partnerstadt hat für Aufsehen gesorgt. Auf der Insel gab es Schulterklopfen von deutschen Urlaubern. Ein schriftliches Dankeschön kam vom deutschen Botschafter aus Lissabon, Helmut Elfenkämper. In einem Brief an Bürgermeister Ernst Müller schreibt er von einem Akt praktischer Solidarität, der von der Feuerwehr geleistet worden sei. „Von Initiativen wie dieser lebt die Freundschaft der Menschen in verschiedenen Ländern.“