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17.07.2009 09:48
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Die Designer und ihr Ende

Von Andreas Lukesch

Das Aus für die Kommunikationsdesigner an der Uni (ST berichtete) hat im Fach zu einem Schock geführt. Dass etwas passieren würde, war allen klar. Dass die Entscheidung von Rektor und Hochschulrat aber so endgültig ausfallen könnte, überraschte selbst den Dekan des Fachbereichs F, Ulrich Heinen.

Unter Selbstdarsteller Bazon Brock zu bundesweiter Blüte gebracht

Wuppertal verabschiedet sich von einem Vorzeigestudienfach, das einst der legendäre Selbstdarsteller Bazon Brock zu bundesweiter Blüte gebracht hatte. Sein Abschied vor acht Jahren markierte den Anfang eines zermürbenden Kampfes um Mittel, Einfluss und Personal.

Dabei hatte das Studienfach gerade eine späte, aber erfolgreiche Akkreditierung hinter sich gebracht. Als Friedenssignal reichte dies jedoch nicht aus. In der internen Kommunikation wiederholen sich immer wieder Begriffe wie Schlammschlacht, Boykott, Ausverkauf und Maßlosigkeit. Und das sind noch die harmloseren Formulierungen.

Als Hauptakteure des Konflikts kristallisieren sich der Kommunikationsdesigner Hans Günter Schmitz, Dekan Heinen und die Rektoren Volker Ronge sowie dessen Nachfolger Lambert T. Koch heraus. Heinen und Koch haben den Protest Studierender aus dem Fach bereits hautnah erfahren - Koch bei einer Protestveranstaltung im Rektorat, Heinen bei einer Reihe kreativer persönlicher Angriffe innerhalb des Fachbereichs.

Aber was kann so bedeutend sein, dass an einem Fachbereich fast ein Jahrzehnt Krieg herrscht, wie es ein Insider beschreibt? Schmitz spricht von demokratischen Mängeln. Entscheidungen fielen ohne Mitspracherecht, Professoren-Stellen würden nicht besetzt, Konzepte nicht berücksichtigt. Interna, die für ihn keine Schließung rechtfertigen: „Wir sind erfolgreich.“ Auf der anderen Seite heißt es, die Kommunikationsdesigner seien absolut kompromissunfähig und überzogen in ihren Forderungen. Dabei gab es wiederholt Schlichtungsversuche, Bemühungen, dem Fach neue Möglichkeiten zu eröffnen. Darunter die Idee, es aus der Schusslinie zu nehmen und mit den Druck- und Medientechnikern zusammenzuführen.

Ein Konzept mit Zukunft - da waren sich eigentlich alle einig. Dennoch scheiterte die Reform. Schließlich kam die Forderung nach Autonomie für das Fach als eine Art Radikalausweg. Zwar setzt die moderne Hochschulpolitik auf Selbstverwaltung von und an Universitäten - aber nur, wenn sie sich rechnet. Und die Bewerberzahlen gehen seit Jahren zurück. Zulassungen und Einschreibungen sind mit rund 20 Studienanfängern zum Wintersemester noch überschaubarer (insgesamt 235 Studierende). Dagegen stehen zehn Professoren-Stellen, von denen eine gestrichen wurde und eine weitere nicht besetzt ist.

„Wir haben wirklich alles versucht.“

Lambert T. Koch, Rektor

Das Verhältnis Studenten zu Professoren ist objektiv eher komfortabel. Das ruft Rechner auf den Plan und wirft die Grundsatzfrage auf: Was ist wichtiger: Wirtschaftlichkeit oder Freiräume für individuelle Betreuung? Für die Unileitung war jedenfalls der Punkt erreicht: Eine Zukunftslösung gibt es nicht. „Wir haben wirklich alles versucht“, so Koch, der im eben erschienenen Uni-Magazin noch von einem „zukunftsträchtigen Studiengang“ spricht. Gleichwohl wird erst einmal weiterstudiert. In fünf Jahren ist Schluss. Was dann geschieht, hängt von der angestrebten Kooperation mit der Folkwang-Hochschule ab. Ende offen.