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13.02.2014 09:27
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Noch ein Windrad am Fernsehturm

Von Kathrin Schüller

Leichlingen. Die geplanten Windkraftanlagen an der Solinger Sengbachtalsperre, nahe Witzhelden, sorgen für heftigen Protest. Beinahe unbemerkt gehen indes die Pläne über weitere Rotoren nahe des Witzheldener Fernsehturms über die Bühne. Hier soll möglicherweise eine etwa 140 Meter hohe Anlage neben dem bereits bestehenden 36 Meter hohen Windrad der Telekom errichtet werden.

Das Verfahren läuft bereits seit einem Jahr, erklärte Baudezernentin Barbara Hammerschmidt den Mitgliedern des Bauausschusses. Im November habe der zuständige Rheinisch-Bergische Kreis einen ersten positiven Bescheid erteilt. Vergeblich hatte die Stadt Leichlingen versucht, das Vorhaben zu verhindern. Man wollte im Flächennutzungsplan Konzentrationszonen für Windräder ausweisen, um zu verhindern, dass sie wie Pilze aus dem Boden schießen. Dafür geeignete Areale wurden allerdings nicht gefunden.

In einem nächsten Schritt müssen die Investoren jetzt einen Bauantrag stellen. Danach geht es um Detailfragen wie Schattenwurf, Natur- und Artenschutz sowie den Abstand zur Wohnbebauung. Die Anwohner in Bechhausen leben etwa 400 Meter vom geplanten Standort entfernt.

600 Meter Abstand zur Wohnbebauung erfordern die Windkraftanlagen an der Sengbachtalsperre. Sie sollen 200 Meter hoch werden, was von Witzheldenern argwöhnisch beäugt wird. Sie hätten den Lärm zu ertragen, während Solingen den wirtschaftlichen Nutzen aus der Anlage ziehen könnte, heißt es unter anderem in der Debatte. Auch der zu erwartende massive Eingriff in das dichte Waldgebiet erhitzt die Gemüter.

Für das zweite Rad auf Witzheldener Grund seien 100 Meter bis zur Rotoren-Nabe im Gespräch, sagte Hammerschmidt. Zuzüglich weiterer 40 Meter bis zur Spitze der Blätter. Am weiteren Genehmigungsverfahren wird die Stadt Leichlingen wieder beteiligt.