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10.01.2012 11:22
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Weihrauch, Lieder und funkelnde Sterne

Von Bettina Palka

Ich werfe einen Blick auf meine Truppe: Die Kronen sitzen, die Umhänge liegen auf den Schultern, und auch der Stern schwebt über uns. Perfekt – es kann losgehen. Ich schaue auf die Liste: 34 Familien warten auf unseren Besuch. Für uns heißt das 34 Mal singen, lächeln und den Segensspruch an die Tür schreiben. Ich stelle mich auf einen anstrengenden Tag ein. Doch wenn ich meine drei Könige und die Sternträgerin so anschaue, bin ich sehr zuversichtlich. Und außerdem habe ich noch Paula, die mir als weitere Betreuerin zur Seite steht.

Dominik, Karolin, Björn und Lena stellen sich einer verantwortungsvollen Aufgabe. Sie gehen als Sternsinger von Tür zu Tür, besuchen Menschen und tragen als Heilige Drei Könige den Segen in die Häuser. Mit dem besonderen Anliegen, anderen Kindern zu helfen, sammeln sie bei der Aktion Geld für einen guten Zweck. Wir als Sternsingergruppe der Pfarreien Kohlsberg und Widdert spenden dieses Jahr einen Teil an das Kindemissionswerk für Projekte in Nicaragua, der andere Teil geht an die Partnerprojekte in Mumbai und Ujjain in Indien.

Ausgestattet mit Sternsingerausweis, geweihter Kreide, einer Spendenbüchse und Weihrauch machen wir uns an die Arbeit. Trotz Regenschauern halten wir uns auf den Beinen. Der Lohn dafür: strahlende Gesichter. Wir werden sehnsüchtig erwartet. Für einige Minuten dürfen wir in die warmen Zimmer schreiten und uns aufwärmen. „Räuchert das Haus ordentlich voll – ich liebe den Geruch von Weihrauch“, begrüßt uns ein älterer Herr.

Die Lieder und Texte sitzen – vom Spickzettel ablesen ist nur noch in Ausnahmefällen nötig. Und auch der eine oder andere Texthänger oder schiefe Ton wird mit einem schmunzelnden Lächeln verziehen. Nicht nur für die vier Sternsinger ist der Ablauf zur Routine geworden – auch unsere Gastgeber haben schon ihre Tritthocker aus dem Keller geholt. Und so kann selbst der kleinste König den Türrahmen zur Beschriftung des Segensspruches erreichen. „20*C+M+B+12“, erscheint auf dem Holzrahmen. Das bedeutet: „Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“.

Gemeinsam mit 12 anderen Gruppen und 47 weiteren Kindern konnten wir 7328,81 Euro sammeln. Nicht nur für uns ist es ein erfolgreiches Ergebnis – auch die hilfsbedürftigen Kinder können sich auf ein Geschenk freuen. Doch vor allem die dankbaren Gesten und feuchten Augen der Leute, die wir besucht haben, werden mir in Erinnerung bleiben. Anderen Menschen eine Freude zu bereiten, bleibt einfach unbezahlbar.