Snippets
Snippets
08.02.2011 11:21
Drucken Vorlesen Senden
DJ Tino schmiedet Klänge aus Vinyl

Von Saskia Reinbeck

Am Wochenende lud die Diskothek „Bootshaus“ in Köln zum DJ-Contest. Unter dem Motto „We want you @ Bootshaus“ konnten sich DJs aus Nordrhein-Westfalen mit ihren Sets bewerben, die besten wurden zum Live-Auftritt am Samstag in die Szene-Disko geladen und von der Jury bewertet. Dabei war der Solinger Tino Schmidt (27), der unter dem Namen „Subbotnik“ in der Kategorie Minimal/Tech-House für tanzbare Stimmung sorgte.

„Nostalgisches Knarksen“ und unverwechselbare Sounds

Tino kam schon früh zu seinem Hobby. Man könnte es auch Liebe auf den ersten Blick nennen: „Ich habe andere beim Auflegen beobachtet und war hin und weg. Da habe ich mir kurzerhand selbst einen Synthesizer gekauft“, erzählt Tino, der damals noch keine 17 Jahre alt war.

Viel Übung und Geduld waren nötig, aber aus dem Hobby wurde schnell ein Lebensinhalt. In Halle/Saale, seinem damaligen Wohnort, kaufte er seine ersten Turntables und legte sich den Künstlernamen Sonico zu. Ein Kollege, selbst DJ, war schon nach kurzer Zeit so begeistert von Tinos Arbeit, dass sich die beiden zusammentaten und als „HappyHouseFriends“ Halle/Saale und Umgebung unsicher machten.

Künstlername „Subbotnik“ erinnert an DDR-Zeiten

Bei Vinyl ist er geblieben, nicht nur wegen des „nostalgischen Knarksens“ und des unverwechselbaren Sounds, sondern auch wegen des „handwerksgleichen“ Umgangs mit den Turntables. Als Tino 2009 nach Solingen zog und sich von seinem Kollegen (räumlich) trennen musste, änderte er seinen Namen. „Subbotnik“, ein Begriff aus der ehemaligen DDR, soll nicht nur an die Heimat erinnern, sondern beschreibt auch treffend sein Hobby. So wurde ein freiwilliger, unbezahlter Arbeitseinsatz am Sonnabend auch „Subbotnik“ genannt.

In der Klingenstadt legt Tino mit den Jungs von Elektronic Empire regelmäßig bei der „FreaKantine“ in der Cobra auf. Die Bewerbung zum Contest war spontan und ohne große Erwartungen. Überrascht, aber motiviert nahm er die Einladung zum Finale im Bootshaus an und durfte ab 23.30 Uhr eine halbe Stunde das DJ-Pult in der „BlackBox“ übernehmen. Eine echte Premiere. Und man sah ihm die Professionalität an: Denn obwohl es während des Auftritts zu technischen Problemen kam, machte er souverän weiter - von Nervosität keine Spur. So konnte er sich dann auch über den 2. Platz freuen, der ihn zwar nicht zum Resident macht, aber zumindest mächtig stolz. „Ich war schon super überrascht, zum Finale eingeladen worden zu sein. Jetzt noch der 2. Platz: Was will man mehr?“

Der Ehrgeiz hat ihn gepackt: „Ich werde auch in Zukunft jede Chance wahrnehmen und so lange es geht weitermachen.“ Schon jetzt sind einige Projekte geplant. So dürfen wir uns in naher Zukunft auf „Subbotnik“ in Zusammenarbeit mit André Zwolle vom Cow Club freuen. Fest steht: Der Wahl-Solinger wird von sich hören lassen - vorzugsweise freiwillig, unbezahlt und feiertags.

http://mein-karl.de