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31.08.2010 10:17
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Recycling schafft Party-Laune

The Jacksons und Nirvana singen gemeinsam einen Song? Wo gibt’s denn so was? In einem „Mashup“! Denn in Mashups wurden verschiedene Songs unterschiedlicher Stile vermischt. Das Ergebnis kann ziemlich schräg klingen - etwa, wenn Kurt Cobain und die Jacksons „Smells like Rockin’ Robin“ singen.

Am Freitag, 3. September, können die Solinger im Getaway einen bekannten Mashup-Künstler erleben. Dort legt ab 22 Uhr der DJ Ben Stiller (26) auf - auch bekannt als Mashup-Germany -, der zur Zeit mit seinen Kreationen für Begeisterung auf Tanzflächen sorgt und mit seinem vierten Album „Recycling Revolution“ auf Tour unterwegs ist.

Der Kölner ist bereits vor vielen Jahren dieser Kunst des musikalischen Recyclings „verfallen“, seit zwei Jahren produziert er selbst - dank ausgefeilter Technologie. „Man hat so die Möglichkeit, bereits existierende, ältere Songs, die vielleicht jüngere Leute nicht mehr im Ohr haben, zu konservieren und weiterzuentwickeln“, erklärt der Produzent seine Faszination für diese Form des Remixes. Zum anderen könne ein DJ zeigen, wie ähnlich Hits klingen - als kleine Parodie fragwürdiger Charts-Erfolge. Da wären etwa „California Gurls“ von Katy Perry und „TiK ToK“ von Kesha: „Der Text ist anders, und es gibt minimale Veränderungen. Aber sonst ist das exakt derselbe Song“, sagt Ben Stiller.

Viele Informationen in kurzer Zeit - das bieten Mashups

Im Mittelpunkt steht die radikale Vermischung unterschiedlicher Stile, ob Reggae mit Rock, ob Soul mit Grunge. „Es werden manchmal 10 oder 20 Songs zu einem Song vermischt.“ Diese Machart, Songs „auseinanderzuschnibbeln und wieder zusammenzusetzen“, hat etwas Anarchistisches. Allerdings bewegen sich die DJs in einer Grauzone, was Urheberrechte angeht. Das werde von den Labels in der Regel toleriert, so lange der DJ seine Remixes nicht kommerziell vertreibe, weiß Ben Stiller.

Auch der Kölner bietet seine Tracks im Internet kostenlos zum Download an. Statt Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen erhielt der 26-Jährige Aufträge. Labels seien auf ihn aufmerksam geworden und auf ihn zugekommen, damit er Mashups für sie produziere. „Das ist für Labels gute Promotion. Bands können ihren Bekanntheitsgrad steigern.“ Mit dem explosionsartigen Interesse an seinen Tracks im In- und Ausland hat der Diplom-Betriebswirt, der als Musikredakteur bei einem Radiosender arbeitet, nicht gerechnet. „Da ist eine Generation herangewachsen, die im Internet zu Hause ist und mit vielen Informationen in kurzer Zeit konfrontiert wird.“ Mashups erfüllen seiner Beobachtung nach ein Bedürfnis. „Sie sind eine kurzweilige Form der Unterhaltung und machen Spaß.“ lm

Mashup-Germany, Party, Getaway, Fr., 3. September, 22 Uhr, ab 18 Jahren, 8 Euro AK, 6 Euro VVK beim Getaway