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31.03.2012 11:22
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Bücherdiebin und vier Asse

Von Pia Lehner

Ein Buch so zu schreiben, dass man mit dem Lesen nicht mehr aufhören kann, schafft nicht jeder. Und ein Buch so zu schreiben, dass man noch Tage oder Wochen darüber nachdenken muss, schaffen nur die allerwenigsten Autoren. Markus Zusak ist ein solcher Schriftsteller. Der 37 Jahre alte Familienvater lebt in Sydney und kann sich einiger Preise rühmen. Als Sohn deutsch-österreichischer Eltern begann Markus Zusak bereits mit 16 Jahren mit dem Schreiben. Aber es dauerte lange, bis sich ein Verlag seiner Geschichten annahm. Heute ist Zusak ein weltbekannter Autor. In „Die Bücherdiebin“ (Originaltitel: „The book thief“) geht es um die neun Jahre alte Liesel, die während des zweiten Weltkriegs versucht, klarzukommen. Schicksalsschläge prägen ihr Leben, und so flieht sie in die Welt der Bücher. Der Tod ist ihr ständiger Begleiter – und dennoch ist dieses Buch weder zu traurig noch kitschig. Zusak hatte ursprünglich eine kurze Geschichte von etwa 100 Seiten im Sinn, am Ende hat das Buch 588 Seiten. So wird es an einigen Stellen etwas langatmig. Aber der Autor erschafft durch seine poetische Wortwahl eine einzigartige Atmosphäre, die das Thema Krieg und „Nazi-Deutschland“ aus einer interessanten Sicht einfängt. In „Der Joker“ (Originaltitel: „I am the messenger“) erhält der junge Taxifahrer Ed nacheinander vier Spielkarten-Asse, die ihm Hinweise für Aufgaben geben. Ed beginnt das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten, während er das Leben der Menschen in der Stadt verändert. Auch hier wird sichtbar, wie es Markus Zusak versteht, mit Worten umzugehen. Einziger Makel ist das vorhersehbare Ende. Seine leicht verständliche, aber ausdrucksstarke und fesselnde Sprache macht die Bücher zu einem großen Lesevergnügen. Alle Geschichten haben einen ernsten Hintergrund und bewirken Denkanstöße. So schreibt zum Beispiel die New York Times, dass „Die Bücherdiebin“ eines jener Bücher ist, „die dein Leben verändern können“. Auch andere Autoren wie Cornelia Funke sind begeistert von Zusaks Stil – und ich kann mich dem nur anschließen, denn inzwischen gehört Markus Zusak zu meinen Lieblingsautoren. Markus Zusak: „Die Bücherdiebin“, 592 Seiten, Blanvalet Verlag; „Der Joker“, 448 Seiten, cbt