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07.04.2012 04:50
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Backstage mit Jennifer Rostock

Von Gordon Binder (20)

Die Tour „Mit Haut und Haar“ der Band Jennifer Rostock geht zu Ende: Gordon Binder traf Musiker Johannes „Joe“ Walter, Christoph Deckert und Jennifer Weist bei ihrem vorletzten Konzert in der Kulturfabrik Krefeld.

Ihr braucht nicht den Kümmel aus dem Käse ziehen, aber wie sieht euer Fazit für die Tour aus?
Jennifer (lacht):
Die Frage ist ja der Wahnsinn!
Joe: Die Tour ist ungewohnt entspannt, weil es bisher wenige technische Ausfälle gab: Ich nenne sie auch gerne die Jennifer-Rostock-Wellness-Tour 2012. Christoph: Entspannt ist aber auch irgendwie gelogen. Also, ich kann nicht mehr! Aber es ist auch ein gutes „Ich kann nicht mehr“. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, jetzt nicht mehr zu können.

An welchem ausgefallenen Ort würdet ihr gerne spielen?
Christoph:
Auf einem verwunschenen Indianerfriedhof.
Jennifer: Das ist gut. Das lassen wir so stehen!

Euer Album „Mit Haut und Haar“ war mit Platz vier in den deutschen Albumcharts euer erfolgreichstes Album. Ist schon etwas Neues in Planung Richtung CD? Bald soll eine Live-DVD erstellt werden . . . 
Christoph:
Das ist unser nächstes Projekt. Wir kommen von der Tour zurück und fangen direkt an, Songs zu arrangieren mit vielen speziellen Gästen.

„Irgendwann wird Fleisch- essen verpönt sein.“

Musiker Christoph Deckert

Stichwort spezielle Gäste...
Jennifer (lacht):
Die Namen bekommst du nicht!

Anderes Thema. Zwei von euch sind Veganer. Ihr engagiert euch für PETA. Warum Tierschutz?
Christoph:
Weil ich denke, dass Tierschutz, gerade in Bezug auf Vegetarismus und Veganismus, etwas ist, was jeder in seinem Leben verändern kann, um die Welt ein Stückchen besser zu machen. Ich denke, dass das ein sinnvoller Schritt ist. Und dass es irgendwann so weit ist, dass es für die Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit ist und Fleischessen verpönt sein wird, weil es falsch ist.

Ein wenig Umweltschutz gibt es auch bei euch. Bei einem Blick auf den Cateringplan fällt auf, dass ihr auf Plastikgeschirr und Plastikbesteck verzichtet.
Jennifer:
Genau. Das liegt aber auch daran, dass es einfach schöner ist, aus einer Porzellanschüssel zu essen.
Christoph: Wir touren klimafreundlich. Gemeinsam mit der Organisation Arktik haben wir es geschafft, den Tour-Bus klimafreundlich zu gestalten.

Zurück zu eurem Cateringplan: Die Getränkeliste ist interessant. Beispielsweise wollt ihr kein Paderborner Bier. Woran liegt das?
Christoph:
Ich finde, dass es das schlimmste Bier ist, was irgendwo in Deutschland zusammengeschüttet wird.
Jennifer: Woher weißt du überhaupt, wie unsers Cateringliste aussieht?

Recherche. Noch mal zu „vegan leben“: Hier steht detailliert beschrieben, was ihr haben wollt an Essen und Getränken.
Jennifer:
Gerade bei vegan ist es ziemlich schwierig – zum Beispiel, wenn wir in Bayern oder Österreich unterwegs sind. Da ist es nicht so verbreitet. Die wissen nicht so richtig was damit anzufangen. Da muss man natürlich ein wenig mehr draufschreiben.
Joe: Ansonsten finden die Veranstalter das auch gut, wenn man möglichst detailliert aufschreibt, was man haben möchte. Da können sie nichts falsch machen.

Apropos aufschreiben. Wie kommt ihr auf eure ausgefallenen Texte?
Joe:
Das ist schwierig zu beantworten. Da kann man nicht sagen, es ist immer zuerst ein Wort da oder zuerst die Melodie. Die Texte können einem bruchstückhaft an den unterschiedlichsten Orten einfallen.
Was fällt euch leichter bei den Texten: Das Spontane oder das Nachdenken?
Joe:
Es geht weniger um leichter. Das eine ist eben die Eingebung, das andere die Fleißarbeit. Und Fleißarbeit hat man so oder so. Denn bei der Eingebung hat man ja nicht direkt den ganzen Song im Kopf.

Ihr seid 2009 aufgrund eurer Texte für den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie Nachwuchs nominiert worden. Was sagt ihr als Gruppe dazu, dass teilweise Musikvideos von der GEMA auf YouTube gesperrt werden?
Joe:
Auch unsere Videos wurden zwischendrin mal gelöscht. Sind mittlerweile wieder hochgeladen. Generell ergibt das schon Sinn. Auch wenn den Endverbraucher das möglicherweise nervt. Aber es ist eine Frechheit, wenn ein Konzern Geld verdient und für die Leute, die die Inhalte bereitstellen, nichts übrigbleibt.

Abschließend noch die Frage, wie ihr zur Vergänglichkeit des Seins steht?
Jennifer schnarcht und lacht: Gute Sache!
Chris: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.
Jennifer: Genau!

„Jennifer Rostock“ ist auf Festivals zu erleben, unter anderem auf dem „Sputnik Spring Break“, 25. bis 28. Mai, Halbinsel Pouch, Tagestickets ausverkauft, 3-Tages-Tickets erhältlich beim Solinger Tageblatt für 80,35 Euro.