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09.09.2009 10:24
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Haribo rechnet mit zwei Jahren Baustopp

Die Anwohnerklagen gegen den geplanten Haribo-Ausbau könnten das Millionen-Projekt deutlich verzögern. Ulrich Preußer, Leiter der Rechtsabteilung, kalkuliert mit zwei Jahren bis zur endgültigen Gerichtsentscheidung. Eigentlich sollte für das neue Fertigwarenlager auf dem Haribo-Gelände schon 2009 Baustart sein. Doch drei Anwohner aus dem Uteweg klagen vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht gegen die Baugenehmigung, die von der Stadtverwaltung erteilt worden war (ST berichtete).

„Wir wissen noch nicht, wie die Klagen begründet werden“, sagt Preußer. Das Unternehmen, das beim Prozess beigeladen wird, gehe davon aus, dass den Klagen „jede Substanz fehle“. Das Warenlager werde den Haribo-Lärmschutzwall nicht überragen, die Geräuschkulisse also gedämmt sein. Ein Gutachten im Firmen-Auftrag ergab, dass der Betrieb des Warenlagers mit Transportzeiten von 6 bis 22 Uhr keine zusätzliche Lärmbelästigung bringen würde.

„Es ist wichtig, solche großen Firmen in Solingen zu halten.“

Klaus Wessel Anwohner

Die meisten Anwohner des Utewegs haben wenig Verständnis für die Klagen der drei Nachbarn. „Uns liegen die Baupläne vor“, berichtet Angelika Spiesl (41), die mit ihrem Mann und zwei Söhnen im Haus Nummer 6 a wohnt. „Ich sehe keine Schwierigkeiten, zumal die Lastwagen das Gelände über die Wuppertaler Straße anfahren.“ Wenn es um Arbeitsplätze gehe, meint die Mediengestalterin, müsse man kleinere Beeinträchtigungen hinnehmen. Ähnlich sieht das Monika Wagner (57) aus dem Uteweg 1, deren Sohn bei Haribo arbeitet: „Ein neues Warenlager bringt vielleicht neue Jobs.“ Und so leise sei die Gegend auch jetzt nicht: „Je nach Windrichtung hören wir den Verkehrslärm von der Wuppertaler Straße.“

Klaus Wessels Haus (Uteweg 7) liegt genau am Haribo-Lärmschutzwall. Der pensionierte Feuerwehrbeamte wäre also am stärksten betroffen, hat aber nichts gegen die Baupläne. Der 63-Jährige: „Wenn man den Arbeitsmarkt anschaut, ist es wichtig, solche großen Firmen zu halten.“ Haribo hat in Solingen rund 700 Beschäftigte, außerdem bis zu 100 Aushilfen.

Der Konzern will übrigens im Eifel-Städtchen Rheinbach ein neues Werk mit Produktion und Vertrieb bauen. „Über die Größe ist noch nicht entschieden“, sagt Haribo-Sprecher Marco Alfter. Das Projekt gefährde aber keineswegs den Standort Solingen. ab