Snippets
Snippets
09.03.2010 09:38
Drucken Vorlesen Senden
Bürgerschloss ist Wirklichkeit

Von Helga Meister

Der Dornröschen-Schlaf von Schloss Eller ist beendet. Heinrich Pröpper breitet wie ein gut gelaunter Schlossherr die Arme weit aus. Der Chef der Stadttochter IDR hat als Investor, Projektentwickler und Marketing-Chef das schier Unmögliche möglich gemacht: So schön, farbenfroh und festlich war die städtische Immobilie noch nie.

SCHLOSS ELLER

HISTORIE 1309: Erste Erwähnung der Burg. 1469: Neue Wasserburg. 1826: Abbruch des Schlosses bis auf den Turm. Anschließend Bau des klassizistischen Herrenhauses. Seit 1843: Wohnort von Prinzessin Luise. 1938: Die Stadt Düsseldorf ist Eigentümerin des Schlosses.

BUCHUNG Telefon (02 11) 7648 36 63

www.idr-schloss-eller.de

„Gottlob, dass der Vertrag mit der Versicherung gescheitert ist“, freut sich Oberbürgermeister Dirk Elbers. Der Meinung sind plötzlich alle Politiker, die noch vor einigen Jahren vehement das Pokerspiel der Provinzial-Versicherung mitgemacht hatten.

Der Konzern wollte das Schloss vor einigen Jahren zu einem Schulungszentrum umfunktionieren. Diejenigen, die von Anfang an gegen die Immobilien-Spekulationen waren, Pfarrer Dietmar Silbersiepe und Susanne Ott von den Grünen, stießen bei der Eröffnung mit Sekt auf das Ereignis an.

Der Traum der Bürgerinitiative ist Wirklichkeit geworden

Die beiden hatten im Verbund mit der evangelischen Kirchengemeinde, den Kaufleuten und Bürgern vor Ort eine Initiative gegründet, die unter dem Motto „Rettet unser Schloss Eller“ lief. Sie dachten aber im Traum nicht daran, dass ihr Wunsch nach einem Bürgerschloss Wirklichkeit werden könnte.

Heinrich Pröpper hat sich in nur sechs Monaten Bauzeit von einem kühl kalkulierenden Fachmann für Parkhäuser und Quartiersgaragen zu einem Verfechter des Denkmalschutzes entwickelt. Die Gäste, die noch die grauen Wände, heruntergewirtschafteten Böden und hässlichen Einbauten aus der Zeit der Modeschule kennen, werden sich wundern: Da wurden defekte Decken repariert, klassizistische Sichtachsen freigelegt und Vertäfelungen von Tünche befreit.

Neugierige Besucher können sich im Schloss Eller wie im Mittelalter fühlen: Der alte Wehrturm aus der Epoche des Ritters Adolf Quade ist zumindest im Mauerwerk saniert.

Doch das wachgeküsste Schloss ist nicht nur zum Staunen da, es ist offen für alle - zum Essen, Trinken und Feiern. Jedermann kann je nach Geldbeutel, Lust und Laune die Räume oder Suiten mieten. Sei es im Rittersaal auf Kellerniveau oder im stattlichen Prinzensaal in der Bell Etage. Je nach Bedarf bieten die Caterer eine kräftige Erbsensuppe oder ein Luxusmenü an.

Kein Wunder, dass noch vor der Eröffnung der Wettlauf um die Räume begonnen hat. 20 Buchungen sind schon getätigt, darunter zehn Hochzeiten. Ab April warten dienstags und donnerstags Standesbeamte darauf, dass sich Heiratswillige das Ja-Wort geben.

Pfarrer Dietmar Silbersiepe freut sich schon: „Nun wird unsere Schlosskirche Eller zu einer Hochzeitskirche.“