14.03.2012 14:30
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Schalke und Hannover heiß aufs Viertelfinale

Gelsenkirchen (dpa) - Psychologische Tricks als Motivationshilfe sind überflüssig. Vor den Achtelfinal-Rückspielen ihrer Mannschaften Schalke 04 und Hannover 96 können sich die Trainer Huub Stevens und Mirko Slomka flammende Kabinen-Ansprachen ersparen.

Der Revierclub brennt auf Revanche für das durch einen Fehlpfiff des Schiedsrichters verursachte 0:1 im ersten Duell mit dem FC Twente. Und die Norddeutschen können mit einem Sieg über Standard Lüttich für den größten internationalen Erfolg ihrer Vereinsgeschichte sorgen.

«Wir sind alle brutal heiß», sagte Schalkes Torhüter Timo Hildebrand vor dem Duell am Donnerstag. Der Bundesliga-4. will das ungerechte Hinspielergebnis wettmachen und ins Viertelfinale einziehen. «Wir werden ein Feuerwerk abbrennen», versprach U 21-Nationalspieler Lewis Holtby.

Überraschend verschob die UEFA am Mittwoch nach dem neuerlichen Schalker Einspruch das endgültige Urteil gegen Joel Matip. Tags zuvor hatte die UEFA-Disziplinarkommission den Einspruch noch abgewiesen und die automatische Sperre des Abwehrspielers bestätigt. Matip soll Twentes Stürmer Luuk de Jong beim Hinspiel im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht haben. Der schottische Schiedsrichter Craig Thomson hatte dies als Notbremse gewertet und «Rot» gezeigt. Den Elfmeter verwandelte de Jong (61.) zum 1:0-Sieg.

Die TV-Bilder entlarvten Platzverweis und Strafstoß als Fehlentscheidungen, auch wenn die UEFA noch am Dienstag argumentierte, dass ein «leichter Kontakt» vorlag. Nun hatte der Verband ein Einsehen und traf eine salomonische Entscheidung. Wohl auch, um die «Königsblauen» nicht erneut gegen den selben Gegner für ein Vergehen zu bestrafen, das keines war. Allerdings ist die Sache nicht ganz vom Tisch. Das endgültige Urteil soll am Freitag fallen.

Manager Horst Heldt, der sich in Enschede so echauffierte, dass er die Unparteiischen und UEFA-Offiziellen in einem Wutanfall als «Pappnasen, Heinis und Amateure» bezeichnete, gab sich besänftigt. Dass die UEFA nun «Weltschiedsrichter» Viktor Kassai (Ungarn) mit der Aufgabe in der Arena betraut, kommentierte Heldt in der «Bild» wohlwollend: «Das wird ein heißes Spiel und da ist es wichtig, dass ein erfahrener Schiedsrichter mit Qualität pfeift.»

Eine Motivationshilfe der besonderen Art gibt es für die Profis von Hannover. Für drei Stunden wird der Cup für den Gewinner der Europa League am Donnerstag in einem Show-Truck vor dem Stadion präsentiert. Das macht vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Standard Lüttich (19.00 Uhr/Kabel eins und Sky) Lust auf mehr. «Wir können eine Riesengeschichte schreiben», sagte Spielmacher Jan Schlaudraff: «Wir wissen, wenn die Null hält, dann sind wir weiter.»

Der Schock von Bremen hat am Optimismus wenig geändert. Trotz des 0:3 im Bundesliga-Derby glauben alle an den erstmaligen Sprung ins Viertelfinale der Europa League. «Ich bin zuversichtlich, wir haben uns die Tore für Lüttich aufgehoben», sagte Clubchef Martin Kind: «Ich glaube, wir kommen weiter.» Einziges Problem ist das voraussichtliche Fehlen von Stürmer Mame Diouf, der beim 2:2 im Hinspiel in Lüttich den wichtigen Ausgleich erzielt hatte.

Schlaudraff könnte eine Schlüsselrolle zukommen, denn über ihn laufen die meisten Konter der Niedersachsen. «Die müssen kommen, das kommt uns entgegen», sagte Trainer Mirko Slomka über den Gegner. «Wir haben eine recht ordentliche Ausgangsposition.»

Vereinsmitteilung FC Schalke